Bereits im Mai 2024, kurz nach unserer UMAG-Segelwoche, bot mir Lukas eine weitere Möglichkeit zum Mitsegeln auf Korfu an. Da konnte ich nicht widerstehen und habe sofort Flüge gebucht. Da Verona nur geringfügig weiter entfernt ist als München, die Flüge jedoch kürzer und günstiger sind, entschieden wir uns für diesen Flughafen. Wir sind mit Ryanair geflogen.
2024.08.30 - FR - Anreisetag Korfu
Wir sind um 14:00 Uhr von zu Hause losgefahren, haben unterwegs noch ein Fahrrad zur Reparatur gebracht und sind dann Richtung Flughafen Verona gestartet. Anfangs zeigte das Navi etwa 3 Stunden Fahrzeit an, aber wegen Berufsverkehr und Stau waren wir letztendlich 40 Minuten länger unterwegs.
Vor dem Abflug haben wir uns noch jeder eine Pizza geholt, damit wir nicht hungrig fliegen müssen. Unser Auto haben wir auf einem 2 km entfernten Parkplatz für eine Woche abgestellt und wurden mit dem Shuttlebus zum Flughafen gebracht. Die Pizza haben wir dann dort gegessen – sie war in Ordnung, aber nichts Besonderes. Trotz der vielen Flugverspätungen wegen des Lotsenmangels sind wir pünktlich abgehoben.
Nach der Landung haben wir ein Taxi genommen, und der fähige Fahrer hat uns sogar direkt in die Festung von Korfu gebracht, wo die Marina lag und die sam auf uns wartete. Von dort waren es nur noch ein paar Schritte bis zum Boot. Nach einer herzlichen Begrüßung gab es zwei Willkommensbiere. Die Nacht war sehr heiß, wobei Lukas meinte, dass die Nächte zuvor noch heißer gewesen seien.
Fahrtstrecke 0.0 Seemeilen.
2024.08.31 - SA - nach Sivota
Als Erstes besichtigten wir das Fort, gingen jedoch direkt zum höchsten Punkt, da die Hitze schon am Morgen beinahe unerträglich war. Danach machten wir einen kurzen Abstecher in die Altstadt, wo wir Espresso freddo tranken und etwas Fast Food holten.
Am Hafen sprangen wir kurz ins Wasser, und dann ging es endlich los mit dem Segeln – zunächst allerdings mit dem Motor, da es keinen Wind gab. Wie laut Lukas üblich, kam der Wind gegen 13:00 Uhr auf, und wir konnten zunächst bei halbem bis raumem Wind segeln. Später schlief der Wind ein, und ein paar bedrohliche Cumulonimbus-Wolken kündigten ein Gewitter an. Zunächst ankerten wir, und als sich das Gewitter verzogen hatte – es kam nie direkt zu uns – legten wir Landleinen aus. Ich nahm die Leinen mit dem SUP zu den Felsen, fand einen guten Halt und brachte die Leinenenden zurück zum Boot. Da viel Kleinbootverkehr unterwegs war, befestigten wir noch zwei Bojen in der Mitte der Anlegeleinen.
In der Nähe lag auch ein (halb)versunkenes Segelboot, an dem Fischer ihre Boote festmachten. Lukas und ich schwammen hinüber und schnorchelten um das Wrack herum. Laut einem Segler, der direkt daneben lag, liegt das Wrack schon seit zwei Jahren dort, und niemand kennt den Besitzer. Den Namen des Bootes konnten wir wegen der Ablagerungen nicht erkennen.
Dann ging es mit dem Dingi an Land, und auf halbem Weg fiel uns ein, dass wir das Ankerlicht noch einschalten mussten. Wir fanden ein leckeres Tapas-Restaurant, danach gingen wir noch ins Spielhaus und holten uns ein Eis. Schließlich saßen wir noch eine Weile am Hafen, bevor wir zurück zum Boot fuhren, wo wir den Tag mit einem Bier ausklingen ließen und dann ins Bett gingen.
Fahrtstrecke 37.6 Seemeilen.
2024.09.01 - SO - nach Parga
Gut ausgeschlafen und gemütlich gefrühstückt, starteten wir den Tag mit einem kurzen Bad, bevor wir den Anker hoben. Da es südlich nur 2 Meter tief war, mussten wir nördlich um die Insel herumfahren. Da kaum Wind herrschte, fuhren wir bis nach Parga, mit einer kleinen Segelunterbrechung, unter Motor. Dort warfen wir den Anker und trafen die Crew der Anahita (auf Instagram unter segelfreude_ zu finden): Maike, Pascal und ihre Eltern. Die sam und die Anahita sind nämlich Buddyboote! Die Crew der Anahita kam zu uns an Bord, und wir genossen zusammen ein Anlegebier.
Nach einer kurzen Bade- und Duschpause ruderten wir mit dem Dingi an Land, um etwas zu essen. Julia blieb an Bord, da es ihr an diesem Abend nicht so gut ging. Wir fanden ein nettes Terrassenrestaurant, wo wir gut gegessen haben. Auf dem Rückweg fuhr uns die Crew der Anahita mit ihrem Dingi zu ihrem Boot, während Lukas zurück zur sam ging, um Julia das bestellte Essen zu bringen. Anschließend kam er nach.
Da die Bucht ziemlich schwellte, versuchte Lukas, noch eine Bojenleine zu legen, gab diesen Plan aber auf, da auch nachts etwas Bootsverkehr in dem Bereich herrschte, in dem wir lagen.
Fahrtstrecke 32.8 Seemeilen.
2024.09.02 - MO - nach Gajos
Ab hier auch aus anderer Sicht zu lesen: sailing.sam blog
Während Luki und Julia morgens noch ein wenig im Homeoffice arbeiten mussten, paddelten wir mit dem Dingi an Land und machten einen kleinen Spaziergang durch Parga. Zuerst genossen wir einen erfrischenden Caffè Freddo, danach ging es zur Bäckerei und schließlich zum Hafen, wo wir etwas Obst einkauften. Selbst bei diesen kurzen Anstiegen machte sich die Hitze unangenehm bemerkbar. Nach einem kurzen Sprung ins Wasser segelten wir weiter nach Paxos (Gaios). Zum Glück hatten wir guten Wind und kamen mit 3-4 Knoten voran. Die Anahita war bereits vorausgefahren und konnte uns hilfreiche Tipps zum Anlegen geben.
Im Hafen hatten wir zunächst Schwierigkeiten, da die Mooringleinen zu kurz und schlecht platziert waren. Pascal von der Anahita half uns jedoch beim Anlegen. Da wir mit der Position immer noch nicht zufrieden waren und einen drohenden "Ankersalat" vermeiden wollten (der Hafen war noch recht leer), versuchten wir es an einer anderen Stelle – diesmal mit Anker und zusätzlicher Mooringleine. Dieser Platz passte dann perfekt, und wir konnten endlich unser wohlverdientes Anlegebier genießen. Später wurde es im Hafen auch ziemlich voll, in der nähe lagen drei Superyachten die Ihre Anker über die Ankerketten der Segelschiffe legten. Das kann morgen beim Ablegen noch spassig werden.
Da auch zukünftige Anlegebiere gesichert sein mussten, gingen wir direkt zum Einkaufen. Dank des Bollerwagens, den uns die Anahita lieh, ersparten wir uns das Schleppen. Nach einem weiteren erfrischenden Sprung ins Wasser und einer Dusche machten wir uns fertig zum Abendessen. Zu acht ging es in die Stadt, und währenddessen überzeugte ich Pascal, mit Lukas und mir das Tauchen auszuprobieren. Den Abend ließen wir dann gemütlich auf der sam bei mehreren Bieren zusammen mit der Anahita-Crew ausklingen.
Fahrtstrecke 21.6 Seemeilen.
2024.09.03 - DI - nach Lakka
Der Morgen begann entspannt: Ein wenig aufräumen, frühstücken und dabei dem bunten Treiben im Hafen zuschauen. Zum Glück blieben wir vom Ankersalat verschont, den die Superyachten Alex 1 und Zoo London verursacht hatten. Ein Boot aus der Schweiz hatte weniger Glück – sie bekamen ihren Anker nicht los. Wir vermuteten sogar, dass sie gestern ihren Anker über unseren geworfen hatten, da sie recht sorglos agiert hatten.
Als sich der Hafen etwas lichtete, konnten auch wir – und die Anahita – ohne Probleme auslaufen. Wir fuhren unter Motor nach Lakka, was nur knapp eine Stunde dauerte. Die Lagune dort ist perfekt zum Ankern: Nur drei Meter tief und mit idealem Grund. Dank der geringen Tiefe konnten wir sogar nachträglich eine Ankerboje setzen, um spätere Ankömmlinge davon abzuhalten, ihre Ankerkette über unsere zu werfen. Die Anahita ankerte weiter nördlich und legte Landleinen. Ich paddelte mit dem SUP zu ihnen, um beim Festmachen zu helfen.
Das Highlight des Tages war ein Schnuppertauchgang für Pascal und Lukas, den wir organisiert hatten – und ich begleitete sie. Die Mädels blieben auf dem Boot und beobachteten, wie die Bucht sich allmählich immer mehr füllte. Der Tauchgang war ein voller Erfolg! Lukas und Pascal hatten sichtlich Spaß und planen wahrscheinlich, in Zukunft weitere Tauchabenteuer zu erleben.
Nach dem Tauchen gab es zur Stärkung ein leckeres Gyros und ein kühles Bier, bevor es zurück zum Boot ging.
Da der Strom knapp wurde, musste Lukas den lauten Generator einschalten. Um der Geräuschkulisse zu entkommen, paddelte ich erneut mit dem SUP zur Anahita, wo wir einem Nachbarboot halfen, Landleinen zu legen. Zurück auf unserem Boot schrubbte ich das Unterwasserschiff und holte die Ankerboje ein, da sie in der Nacht ohnehin niemand sehen würde. Das war auch gut so, denn später zog ein Wetterumschwung mit Böen bis zu 30 Knoten auf. Einige Boote rissen sich los, darunter auch eins direkt vor uns, das in der Bucht herumtrieb. Der Skipper des betroffenen Bootes handelte besonnen und verhinderte knapp eine Kollision.
Für die nächsten ein bis zwei Stunden waren wir in Alarmbereitschaft, bis sich das Unwetter beruhigte. Leider kam der Wind genau aus der Richtung des Laguneneingangs, was zu einem unangenehmen Schwell führte. Gegen 21 Uhr wagten wir uns trotz der widrigen Bedingungen mit dem Dingi zum Abendessen an Land. Das Essen war köstlich, und auf der Rückfahrt hatte sich der Schwell glücklicherweise schon etwas gelegt.
Fahrtstrecke 8.0 Seemeilen.
2024.09.04 - MI - zur Paradiesbucht
Da Julia und Lukas noch arbeiten wollten, ruderten wir am Morgen mit dem Dingi an Land, um Kaffee zu trinken und den Müll zu entsorgen. Dort trafen wir die Anahita-Crew und machten gemeinsam einen kleinen Spaziergang rund um den Hafen. Auch beim Bäcker und Gemüsehändler legten wir noch einen Stopp ein. Da wir erst gegen 13:00 Uhr ablegen wollten, hatten wir genug Zeit, uns in einem anderen Café noch ein zweites Getränk zu gönnen.
Zurück auf dem Boot gab es ein kurzes Frühstück, bevor wir lossegelten – Ziel: Paradisbucht. Die Anahita hatte einen Vorsprung von 15 Minuten, den Lukas unbedingt einholen wollte. Wir segelten gut, meist auf am Wind-Kursen, und als wir das südliche Kap erreichten, wurde es böiger. Die Böen meisterten wir durch Abfallen, und nach einer letzten Wende konnten wir in Notos den Anker werfen (Wassertiefe 8 Meter, Kette 40 Meter).
Lukas schwamm zur Anahita, während Sabine und Julia hinüberruderten. Ich blieb an Bord und versuchte, einen Fisch zu fangen – leider ohne Erfolg. Auf einem Nachbarboot beobachtete ich einen Hund und eine Katze, was für etwas Unterhaltung sorgte. Später stießen wir mit der Anahita-Crew auf den gelungenen Segeltag an.
Nach einem erfrischenden Bad und einer Dusche ging es mit dem Dingi an Land, zum Panorama-Restaurant, das idyllisch in einer dschungelartigen Pflanzenwelt eingebettet ist. Zum Abendessen gab es schmackhaften Red Snapper, den wir sehr genossen. Den Abend ließen wir dann auf der sam bei einem Uso-Absacker Anahita-Crew ausklingen.
Fahrtstrecke 37.0 Seemeilen.
2024.09.05 - DO - nach Plataria
Die Nacht war wieder drückend heiß, und am Morgen fühlte ich mich etwas angeschlagen – wie eine aufkommende Erkältung. Nach einem kurzen Abschiedsgruß zur Anahita legten wir gegen halb elf ab und fuhren mangels Wind unter Motor nach Plataria.
Dort angekommen, gab es erst einmal eine Gyros-Pita zur Stärkung. Am Strand fühlte ich mich beim Baden trotz der 30 Grad Wassertemperatur fröstelig, also ging ich zurück aufs Boot, um mich auszuruhen, während die anderen blieben. In der Ferne zogen Gewitterwolken auf, aber sie erreichten uns nicht.
Am Abend kochten die Mädels Carbonara, während Lukas und ich den Plotter updateten. Wir tranken noch etwas, gingen aber heute früher schlafen als sonst – es war ein ruhigerer Abend.
Fahrtstrecke 24.5 Seemeilen.
2024.09.06 - FR - Abreisetag
Die Nacht begann heiß, wurde aber gegen Morgen ungewohnt kühl. Nach dem Aufstehen warfen mich gleich ein paar Tabletten ein, um für den Heimflug halbwegs fit zu sein. Zum Wachwerden gingen wir in die nächste Bar, um einen Kaffee zu trinken, und bestellten dort ein Taxi für 13:30 Uhr. Während Julia und Lukas zum Strand gingen, konnten wir in Ruhe packen und noch ein bisschen lesen.
Das Taxi brachte uns pünktlich zum Fährhafen, wo die Fähre um 14:30 ablegte. In Korfu spazierten wir etwa eine Stunde zum Flughafen und holten unterwegs noch etwas zu essen. Am Flughafen gönnten wir uns einen weiteren Kaffee und wechselten unsere Klamotten. Beim Gepäckband gab es eine kleine Panne, und fast hätte ein anderer Passagier meinen Laptop mitgenommen, aber nach kurzer Wartezeit saßen wir doch zügig im Flieger.
In Verona fanden wir noch eine richtig gute Pizzeria, und nach einer entspannten Fahrt waren wir schließlich um 01:30 Uhr zuhause.
Fahrtstrecke 0.0 Seemeilen.
Gesamt 161.5 Seemeilen.






























































































