Ich habe das Boot mit dem Wissen gekauft, dass evtl. irgendwo Wasser reinkommt. Deswegen war der Preis auch ein gutes drittel geringer.
Nach dem Kranen war am nächsten Tag Wasser in der Bilge, und über die nächsten Tage kam raus, dass so 1cm Bilgenhöhe Wasser reinkommt.
Ganz an anfang hatte wir den Motor-kühlkreislauf im Verdacht, aber im Motorraum sieht alles trocken aus. Auch der grosse Saildrive-Dichtung sieht gut aus.
Dann hatten wir die Seeventile im Verdacht, es gibts folgende Seeventile:
- Küchenspüle (oberhalb Wasserlinie)
- Toilete zu wasser (unterhalb Wasserline ??)
- Toilete ab wasser (unterhalb Wasserline ??)
- Waschbecken bad (oberhalb Wasserlinie ??)
- Motokühlung
Aber auch hier fühlen sich die Seeventile trocken an, wenn man mit der Hand sie abtastet.
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2x Sensoren unter dinett-sitz-vorne (keine innenschale) - fühlen sich trocken an
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ruderkoker - sieht auch trocken aus
Bilge vorher:
Bilge abgesaugt um Loch zu finden:
Den Wasseraustritt konnte Thomas identifizieren, da aber dort eine Innenschale eingeklebt ist, kommt das Wasser zw. Aussenschale und Innenschale irgendwoher zur dieser Austrittsstelle:
Scheinbar habe ich einen GFK-Kiel, wahrscheinlich direkt anlaminiert, somit keine Kielnaht und somit auch keine Undichtigkeit bei der Verbindung...Kielbolzen sieht man bei mir nicht.
Thomas sagt folgendes dazu:
Die Austrittstelle liegt jedenfalls oberhalb einer möglichen Kielnaht. Ich bleibe bei meiner Theorie, dass der Hohlraum im Kiel vollgelaufen ist und das Wasser zufällig an einer dünnen Laminatstelle im Innenraum austritt. Ich würde Richtung Hohlraum durch die Bilge zwei Inspektionsöffnungen bohren und erst einmal feststellen, ob Wasser im Hohlraum ist. Das kann man dann ggf. abpumpen und mit einer Endoskopkamera reinsehen. Ggf. muss der gesamte Hohlraum von innen freigelegt werden. Das schöne an GFK ist, dass man alles wieder zulaminieren kann.
Die Austrittstelle liegt unterhalb der Wasserlinie. M.E. läuft der Kiel von außen voll, falls das die Ursache ist. Doch der Kiel ist hohl, wurde mit Ballast (Stahl oder Blei) gefüllt und dann von oben zulaminiert. Genau diese innere Laminatschicht würde ich vorsichtig öffnen, um zu sehen wie es im Hohlraum aussieht. Frost im Winter dann das Problem noch schlimmer.
Es besteht noch die Möglichkeit, dass der Hohlkiel trocken ist, deshalb erstmal zum Verifizieren nur Inspektionslöcher. Die Aktion wird nicht im Wasser gemacht, obwohl da nicht viel passieren kann. Ursache kann auch ein Riss oder eine Beschädigung des Schwertkastens sein. Offensichtlich wurde bei Dir mal das Schwertfall erneuert, dabei muss manchmal der Schwertkasten seitlich geöffnet werden, da man sonst nicht an die Öse am Schwert kommt.
Das Schwertfall ist mit einem Schäkel oder Auge am Schwert befestigt. Falls sich dort etwas verkeilt, könnte es einen Schaden im unteren Bereich des Schwertkastens ergeben. Ist aber auch nur eine Theorie. Dazu müsste man das Schwert mal raus lassen, wenn das Boot am Kran hängt und von unten reinschauen.
Warum wir richtung Kiel denken ist, weil das Wasser so eine rostige Farbe hat:
Thomas hat auch was interessantes gefunden:
Thomas: Auf dem Trailer sind auch Rostspuren, vielleicht ein Hinweis auf die Lage des Lecks. In der Gegend sollten wir das erste Loch bohren. Dort dürfte sich der vordere Schwertbolzen befinden.
Thomas: Vom Holm bzw. der Bugstütze bis zum Rostfleck sind es etwa 80cm. Bin gespannt, ob das im Boot ungefähr an der Austrittstelle liegt.
Der Plan ist nun:
- inspektionslöcher
- entweder kommt uns wasser entgegen, dann gleich rauskranen
- oder kein wasser dann rechteckiges Loch schneiden damit man mit der hand rein kann
- wahrscheinlich muss dann aber trotzdem rausgekrant werden, weil man ja unter wasserdruck schlecht laminieren kann
KW24
Wasserzufluss wird weniger, vllt. versiegeln Rostpartikel die Austrittstelle des Wassers.
KW25 in 2026 war ich dann beim Boot. Beim Rauskranen probierten wir mehrere Löcher in die Bilge zu bohren kamen aber nicht durch. Zum Vorschein kam so ein karamell farbenes Harz, welches steinhart ist.
Von aussen war der Kiel magnetisch. Zuerst dachten wir ans Schwert, aber auch in der Mitte, wo der Abstand recht gross zum Schwert ist, haftete der Magnet. Also befindet sich im Hohlkiel etwas metallenes.
Wir waren ein wenig verzweifelt, dass der ganze Hohlkiel mit diesem Harz und irgendwas metallischem ausgegossen wurde, und so wir dieses Zeug nicht entfernen können und somit auch das Leck nicht finden, geschweige beheben können.
Der Werftchef machte uns den Vorschlag, von unten den Schlitz zuzulaminieren und mit schlechten Segeleigenschaften mich zu arrangieren.
Am nächsten Tag telefonierte ich mit Pascal Ernst von Neptun-Yachten und der überzeugte mich doch die Entfernung des Hohlkiels zu probieren. Er meinte in 2-3 Tagen müsste das zu schaffen sein.
Also machten wir das. Mit einer Oszi-Säge habe ich die Harz-Vergussmasse angeschnitten und darunter kam etwas schwarzes nasses zum Vorschein.
Im Hohlkiel waren insgesamt ca 10L Wasser.
Das waren so Metallkugeln wie Kaviar. Zusätzlich wurde in dieses "Kaviar" noch etwas reingegossen, was das Rausbrechen extrem erschwerte. Da musste ich mitm Stemmhammer ran.
Nach 2,5 Tagen schwerster Schufterei auf den Knien, Sommerhitze und bei beengten Platzverhältnissen haben wir das Hohlkiel nun wirklich hohl bekommen.
Zuerst dachten wir da ist auch noch irgendwas öliges (Diesel, Petroleum) im Hohlkiel damit diese Kugeln nicht rosten, aber der Hohlkiel trocknete schön sichtbar nach ein paar Stunden schon auf.
So richtig einen Schaden auf der Innenseite sahen wir aber nicht, die Vermutung ist entweder etwas beim Schwertbolzen oder im Schwertkasten in der Gegend wo die Schwertfall-Leine verläuft.
Mit der Inspektionskamera haben wir von unten auch reinfotographiert.
Der Schwertfallknoten scheuert und wurde beim Schwertwechsel nicht richtig gemacht.
Da sehen wir Abblätterungen, das könnte Gelcoat sein welcher abbplatzt. Nach Delaminierung siehts aber nicht aus.
Da nun innen alles frei ist, können wir das nächste mal die Lecksuche anfangen. Folgende Ideen:
1) In den Schwertkasten mit Hochdruck Wasser reinspritzen und hoffen dass im trockenen Hohlkiel beim Leck nasse Stelle(n) zeigen. Dagegen spricht, dass die Trocknung des Schwertkasten und Hohlkiels revidiert wird.
2) Boot ins Wasser setzen und sehen wo Wasser reinkommt. Dagegen spricht hier auch, dass die Trocknung des Schwertkasten und Hohlkiels revidiert wird.
3) Hohlkiel innen abdichten und unter druck setzen, Schwertkasten von Seeseite und Kiel aussen mit Seifen- oder Spüliwasser besprühen. Beim Leck sollten sich Blasen zeigen. Allerdings ohne Schwertentfernung sehe ich da schlechte Karten. Schwertfallöffung abdichten kann problematisch sein.
5) Umgekehrt...Kiel von aussen abdichten, Luftdruck darauf geben und Seifen- oder Spüliwasser von Innen draufsprühen. Auch hier: Schwertfallöffung abdichten kann problematisch sein.
6) Seeseite Talkumpulver oder Lecksuchspray oder Schweisser-Entwicklungspray draufsprühen und Hohlkiel mit Wasser füllen. Beim Leck sollte man Seeseite dann Hinweise erkennen können. Allerdings muss auch hier das Schwert ausgebaut werden.
7) Uranin-Wasser einfüllen und mit Schwarzlicht in der Nacht seeseitig den Schwertkasten und Kiel aus- bzw. anleuchten. Schwert müsste in diesem Fall auch raus. Man müsste maximal wasser einfüllen, absaugen, nochmal spülen (weil Uranin ist Salz und zieht immer Wasser an -> osmose)
Schwert ausbauen wäre vllt. auch nicht schlecht denn mit der Inspektionskamera kann man erkennen, dass der Knoten welcher damals gemacht wurde an der Seeseite des Schwertkasten scheuert und vllt. dort das Gelcoat abgeschabt hat.
Ein weiss man auch recht sicher: Da das Hohlkiel (fast) wasserdicht versiegelt war, und im Hohlkiel wasser war, muss das Wasser irgendwo aus dem Kielbereich kommen und nicht von einem Seeventil, Koker usw.
Ein Verdacht ergibt sich auch durch die Schwertstellung. Das Wasser kam rein wo das Schwert nicht ganz unten war. Der Knoten des Schwertfalls klemmt, das sieht man hier.
Nachdem das Schwert ganz unten war, kam kein Wasser mehr nach. Kann aber einfach auch zufall sein. Hier der Schwertbolzen, man konnte reinfotographieren, weil es ein Langloch hat.
Bisher haben wir zwei Vermutungen:
- entweder hat dieser Schwertfallknoten das Gelcoat abgeschabt und das GFK verletzt
- Schwertbolzen ist beleidigt, und je nach Schwertstellung und/oder belastung des Schwerts wird es undicht.
Fortsetzung folgt...


































