Tag 1 - MI

Irgendwann anfang 2024, nachdem Julia und Lukas ihre Sumbeam34s (das s steht für die Badeplattform) aus 1993 gekauft hatten, kam die Idee auf das Boot auszuprobieren, bevor sie zu einer längeren Reise aufbrechen. Die Mannschaft setze sich aus vier Mitglieder zusammen:

  • Lukas
  • Roland
  • Sabo
  • Tobi (Leichtmatrose, Rolands Hund)

Los ging es am 1 Mai um 05:00 in Wiesing. Lukas war mit seiner Julia schon in UMAG(HR), also fuhren wir zu dritt und eine menge flüssige Verpflegung in Rolands Landrover los. Die Fahrt ging über SBG, Klagenfurt, SLO, HR nach Umag. Und dank Feiertag ging es sehr zügig voran, wir waren um 10:30 schon in UMAG.

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Julia musste wieder heim, ihr Auto Stand aber in Italien auf der anderen Adria-Seite, also beschlossen wir, die Julia mittels Segelboot, zu Ihrem Auto zu bringen. Vorher habe wir uns aber in UMAG noch mit Kaffe gestärkt, dann Boot kurz vorbereitet, und bei sehr wenig Wind ging es unter Motor dann los. Unterwegs bei leichter Brise, haben wir den Genacker ausprobiert, aber nach 1h wieder eingepackt.

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Danach sahen wir Delphine bei der Jagd zu, es waren bestimmt 10 Tiere. Einer sprang sogar richtig schön ausm Wasser.

Unter Motor fuhren wir dann in Lukas-ische Reparatur-Marina um 18:00 in San Giorgo ein. Wetter war nicht so gut, es tröpfelte leicht.

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Um 18:45 verabschiedeten wir die Julia, sie fuhr noch bis München an dem Tag. Den Abend nutzten wir mit Pläne schmieden was wir in den nächsten Tagen so vorhaben. Sabo hat an der Bilgenüberwachung fürs Boot mittels ESP32 gebastelt.

Zum Abendessen hats Nudeln mit Fischsosse ala Lukas (sehr lecker) gegeben und Bier. Zapfenstreich war um 22:00.

Später in der Nacht hats es mächtig geregnet und Lukas ist öfters aufgestanden zu kontrollieren, ob das Wasser nicht zu hoch steigt. Die Welle kam vom Meer und drückte Wasser in die Marina-Fluss-Mündung und so bestand die Gefahr, dass das Boot irgendwie an Land gesetzt wird.

FUNFACT: Heute waren wir in 6 Ländern: AT-DE-AT-SLO-HR-I

Fahrtstrecke 26.5 Seemeilen.

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Tag 2 - DO

Wir sind um 07:00 aufgestanden und Roland hat freudevoll verkündet, dass Lukas die Heckkkabine mit einem Wasserbett ausgestattet hat. An zwei stellen kam Wasser rein, einmal beim Fenster zum Cockpit und einmal undefiniert. Tobi schlief auch beim Roland. Zum Frühstück gabs Eier mit Speckwürfel.

Nach dem Frühstück klarten wir das Boot auf und starteten Richtung Umag. Wir wussten, dass es windiger wird und wir aufkreuzen müssen, aber die Wettervorhersage war annehmbar. Da die Flusseinfahrt recht flach ist, kamen schon die Wellen aus dem Süden recht hoch daher und wir fuhren stampfend aufs Meer.

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Wir refften 3x, mal wechselnd zwischen Reff 1 und 2. Böen um die 30 waren einiger dabei, deswegen hielten wir die Grossschot immer gut im Auge. Das Funkgerät funkte vermehrt SECURITE, SECURITE, SECURITE. Da unser Kurs an Höhe nicht ausreichte, fuhren wir aufs offene mehr raus, um mit der nächsten Wende, beim Cap (Punta Salvore) vorbei zu kommen.

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Plötzlich wie aus dem nichts, drückte uns eine +50er Böe auf die STB-Seite und es hörte nicht auf. Wir machten die Grosschot auf, aber es half nicht. Roland startete geistesgegenwärtig den Motor, gab Vollgas und schaffte es so uns in den Wind zu drehen, damit wir die Segeln bergen konnten.

Damit wurde aber am anfang nichts, denn irgenwie hängte die Genua und wir konnten sie nicht ganz aufrollen. SHIT. Lukas hängte sich dann ein und ging vor, bei 3-4m heftigen Wellengang. Er schaffte dann todesmutig die Genua aufzurollen, aber kaum war er wieder im Cockpit, ging die Genua wieder auf, obwohl er diese mit den Genau-schooten 2-3x umwickelte. Mit einem offenen Segel schaffen wir es nicht im Wind zu bleiben und in Landschatten zu gelangen. Also musste Lukas nochmal vor, und diesmal klappte die Befestigung.

Trotz max. Drehzahl des Motors schafften wir am Anfang nur 1-2 Kn gegen den Wind, aber Land kam näher. Vorher sahen wir einige Segler die auf mit sehr hohen Geschwindigkeiten Richtung Land fuhren. Und nun hörten wir ständig SECURITE, SECURITE, SECURITE im Funkgerät, zur Not hatten wir auch ein Handfunkgerät bei uns. Nach 2h ankämpfen kamen wir dann zum Cap und wollten uns nach Savudrija, dem nähesten Hafen, retten und abwarten bzw. abwettern.

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Beim Reinfahren in den Hafen fuhren wir zw. rot und grün rein, vllt. eine Spur mehr nach grün weil die Wellen von grün kammen und rot der Leuchtturm war. Wir wollten von den Wellen nicht auf den Leuchturm gedrückt werden. Leider überrollten die Wellen eine Fels-Flachstelle kurz nach der Hafeneinfahrt, wir sahen diese Gefahrenstelle nicht und hatten eine leichte Grundberührung. Alle drei schauten nach vorne zwei sogar auf der richtigen Seite, aber wegen dem Sturm und Wellen war das für uns nicht sichtbar. Auch in dem Hafenführer, den wir sogar vorher angeschaut hatten, stand von dieser Gefahrenstelle nichts. Im Hafen legten wir uns an eine Boje und Lukas tauchte gleich um die Schäden zu begutachten. Wegen dem aufgewühltem Wasser war die Sicht aber nicht sehr gut. Allerdings war die Bilge trocken, was ein guten Zeichen war, auch die nächsten Tage.

Im Hafen schwellte es aber so schlimm, dass wir nach 2h beschlossen nochmals rauszufahren und nach Umag rüberzumotoren.

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Der Sturm war ja vorbei, das Wetter beruhigte sich ja zunehmend. Nachdem wir in UMAG angekommen sind, räumten wir mal im Boot auf, es sah schlimmer aus als es wirklich war. Danach wurde die Rollreff repariert. Eigentlich war sie zu locker aufgewickelt und evtl. ist die Leine zum Dichtholen zu kurz. Roland flog dann noch mit der Drohne und machte ein paar coole Videos.

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Am Abend merkten wir, dass die Wasserpumpe immer wieder anlief obwohl wir kein Wasser verbrauchten. Lukas fand dann die Ursache: Aussen-Duschanschluss ist undicht. Das ist die nächste Reparatur. Abends machte uns der Lukas sehr sehr leckere Piadina mit scharfem Salami, danach gabs noch 1-2 Bier und dann war auch schon Zapfenstreich.

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Fahrtstrecke 32.5 Seemeilen.

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Tag 3 - FR

Wir sind um 07:00 aufgestanden und Lukas hat uns wieder lecker Frühstück gemacht. Da Sabo Morgendusche brauchte, gings vorher unter Wasser um Fotos vom Kiel zu machen. Auch der Lukas machte nochmal Fotos vom Kiel. Mahr wie Kratzer so um die 3-4mm sahen wir aber nicht. Allerdings sahen wir nach dem Tauchen teilweise wie Schlümpfe aus, denn das blaue Antifouling haftet bei Körperberührung sofort.

Dann ging erstmal nach UMAG mit dem Dinghi um Kaffee zu trinken und Brot und Gemüse einzukaufen. Sabo fährt das erstemal in seinem Leben mit einem Dinghi, Roland und Hund werden nass. Dann zweites süsses Frühstück genossen und danach das erste Bier getrunken.

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Um die undichte Aussendusche zu reparieren brauchten wir ein Ersatzteil, Lukas machte sich auf laufen zu gehen und danach das fehlende Teil in UMAG zu besorgen, dieses Teil passte aber nicht und er beklagte sich auch über die mangelhafte Laufleistung trotz Bier-dopings. Also ab ins nächste Bauhaus mitm Auto und die Teile von dort passten dann auch, die Aussen-Dusche war wieder dicht.

Als nächstes haben wir dann den Lukas am Grossfall hochgewinscht, damit er den Windmesser und Verklicker wieder montieren kann. Ausserdem wollte er ein Leine noch nachziehen, allerdings waren keine Öffnungen mehr am Mast frei. Die Windrichtung funktionierte, aber die Geschwindigkeitsmessung nicht. SHIT.

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Auf das hin haben wir wieder Bier getrunken und nebenbei hat Lukas seine STB-Cockpitleinen getakelt. Während dem haben wir neue Biere aufgemacht. Später wollten wir in der Stadt was essen gehen, und da an der Mole noch Platz war, fuhren wir mit Motor an die Stadtmole und legten wie üblich heckwärts an.

Da Lukas keine Touri-Absteige-Restaurant wollte, sind wir tief östlich nach Umag rein, und haben eine gut bewertete Cevapcicci-Bude in der Nähe von einer Tankstelle gefunden. Da kamen nur Einheimische was wir als gutes Zeichen gewertet haben. Die Cevapcicci waren sehr schmackhaft und gutes Bier gabs auch dazu.

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Wührend des Essens konnten wir noch das Treiber der Tuningszene beobachten, sie wuschen und pflegten ihre Fahrzeuge vorbildlich und waren ständig auf der Suche nach Wechselgeld.

Beim Heimweg fing es dann zum Regnen an und als Trost haben wir uns noch ein Eis gegönnt am Pier. Zapfenstreich war heute etwas später so um 23:00.

Fahrtstrecke 0.0 Seemeilen.

Tag 4 - SA

Keiner wollte so richtig aufstehen, erst so um 08:45 sind wir aus den Kojen. Und da Lukas plötzlich "dringend" kaffee trinken gehen wollte verliessen wir fluchtartig das Boot. Wir sind dann in unser Stammkaffee und haben Kaffee "getrunken". Während Lukas die Wasservorräte wieder aufgefüllt hat, haben wir den Tobi gassi gehen lassen und Brot haben wir auch besorgt.

Da NW-Wind angesagt war brachen wir Richtung Süden entlang der Küste auf mit Ziel Funtana Bucht. Da wir schönen raumen Wind hatten kamen wir gut voran und wo dann der Wind weniger wurde, packte Lukas den Genacker aus und segelte damit wie ein Einhandprofi.

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In der Bucht wurde dann der Anker geschmissen, welcher sich sofort wunderbar eingrub. In der Bucht war ein Schnorchler in Neopren der nach Muscheln tauchte. Den fragte Lukas ob er unseren Kiel fotographieren könnte. Er bejahte das, aber seine Fotos zeigten auch nicht mehr Details wie die unseren. Er sah auch nichts gröberes, nur Kratzer.

Auf das hin das heute alles so reibungslos lief, dachte sich Roland er müsse für Action sorgen und versenkte seine Drohne bei 5,5m Wassertiefe. Sabo tauchte dann gleich und sah auch sofort die Drohne am Grund und tauchte diesen auf. Die Drohne stank nach Kurzschluss, aber zumindest die SD-Karte war da, und vllt. sind einzelne Teile noch brauchbar.

Dann haben wir das Dinghi noch vom Wasser befreit, den der Schnorchler verlor ganz schön viel Wasser beim Heranholen und so konnten Roland und Tobi trocken ans Ufer kommen. Nebenbei bemerkt, hat irgend jemand vergessen den Boiler zu aktivieren so gab es nur eine kalte Dusche. War aber eigentlich ganz erfrischend.

Abends hat uns Lukas wieder wunderbar verköstigt. Es gab Tortelini mit Thunfischsalat auf getoasteten Brotwürfeln. Abendausklang passerte dann bei Bier und quatschen.

Fahrtstrecke 26.3 Seemeilen.

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Tag 5 - SO

Wir sind um 0800 aufgestanden an einem wunderbar sonnigen warmen Morgen in der Bucht. Es wurde nicht viel gefrühstückt, weil am Abend gut gesessen wurde. Der Tobi musste auch mal an Land so kams, dass Roland und Sabo mit dem Dinghi an die Nordseite der Bucht fuhren. Während Tobi sein Geschäft verrichtete ging ich die Gegend erkunden und schaute mir die Infrastruktur der dortigen Campinganlage an.

Während wir unterwegs waren fing der Lukas schon arbeiten an und Schnitt Gewinde von der Instrumentenpanel-Befestigung in Cockpit neu.

Nach der morgendlichen Wetterkunde beschlossen wir heute schon wieder nach UMAG zu fahren, weil wieder YUGO angesagt war und wir für die weiteren Wartungsarbeiten eine ruhige Stelle wollten.

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Die Genua brachte nur ca 3kn, also wurde wieder der Genacker gesetzt, das brachte dann +1kn. Der Kurs passte zwar nicht ganz, wir wussten dass wir zum Schluss noch einen Schlag machen müssen. Der Wind war ein wenig launisch deswegen musste gut gesteuert werden.

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Nach dem Schlag wurde der Wind wieder stärker und wir machten mit dem Genacker 5-6 Knoten, nebenbei holten wir uns alle einen Sonnenbrand.

Kurz vor UMAG kam dann wieder Stress auf, der der Genacker liess sich nicht bergen. Irgendwas hat sich verklemmt. Und just in den Moment frischte der Wind wieder kräftig auf, und somit wurde es wieder spannend. Nach dem alle betroffenen Leinen gelöst wurden, kam das Ding dann irgendwie runter. Danach gings wieder easy an die Hafenmole. Dort lagen wir perfekt windgeschütz vor dem Yugo.

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Nach dem Anlegen checkten wir den Genacker, dabei fanden wir raus, dass sich neben der Umlenkrolle sich die Leine eingearbeitet hatte und danach dort klemmte. Auch der Schraubkarabiner an der Umlenkrolle war falsch montiert und hing nur an 1-2 Windungen.

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Nachdem das behoben wurde, ging Lukas laufen und die anderen drei gingen Spazieren und Kaffee trinken. Später am Abend gings dann abseits der Tourimeile in ein Restaurant wo wir wieder Cevapcicci in grossen Mengen zu uns nahmen. Der Kaymak-Käse als Vorspeise, die drei weisse Kugeln im Bild, war besonders lecker. Als Absacker gabs noch Eis und Bier. Und weil wir heute so viel Sonne, Aufregung, Fresszeug und Bier hatten, gings zügig in die Kojen.

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Fahrtstrecke 21.8 Seemeilen.

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Tag 6 - MO

Heute war Bootsarbeitstag und Frühstück gabs nicht, da unser Bäcker in UMAG umbaute.

Folgende Arbeiten haben wir durchgeführt:

  • Windmesser am Mast wieder demontiert, denn die Geschwindigkeit wird nicht angzeigt, späte beim Durchmessen der Schaltung draufgekommen, dass die Elektronik hin ist, wahrscheinlich der HALL-Sensor.
  • Lukas wollte noch eine zusätzliche Leine in den Mast einziehen, aber leider war in der Mastabdeckung keine freie Öffnung mehr vorhanden.
  • Im Cockpit wurden die Leinen umorganisiert
  • Der Topnant wurde eingefädelt
  • Spi-Fall richtig verlegt
  • Abdeckungsschrauben am Mast zu Innensechskant gewechselt
  • Autopilot zerlegt und Elektronik gecheckt, Kurzschlussstelle besser isoliert
  • Lazybag Leinen gekürzt
  • in der Bucht ein paar Kreise gedreht um nach Umkonfiguration des Autopiloten, die Funktion zu testen. Autopilot macht aber immer noch nicht das was es tun soll.

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Beim Dinghi-hin-und-her stiess das Teil an der Mole an und eine Muschel dachte ich mach das mal kaputt. SHIT. Dinghi verlor Luft.

Dann gings mal was zu Mittag zu Essen, es hat Piadina im Laden neben dem Bäcker gegeben. Später am Nachmittag gingen wir dann zur ACI-Marina in UMAG, um nach einem Kranungstermin anzufragen, die Versicherung beinhaltet nämlich eine kostenlose Kranung nach Grundberührung.

Beim Boot wieder angekommen haben wir das Dinghi repariert.

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Abends während Roland kochte, es gab wieder lecker Tortelini mit Pilzen, haben Lukas und Sabo die Elektronik des Windmessers durchgemessen. Nach dem Essen gings wieder zügig in die Koje.

Fahrtstrecke 0.0 Seemeilen.

Tag 7 - DI

Lukas ist heute zeitig aufgestanden um wieder in die ACI Marina von UMAG, wegen dem Kran-Termin zu reden. Diese können aber keinen vernünftigen Termin nennen, wollen aber trotzdem Vorauszahlung, jedes dritte Wort von denen ist pay.

Während dem sind wir Kaffee trinken gegangen. Lukas kam nach und berichtete, dass er die ACI Marina abgesagt hat, und wegen rauskranen entweder nach Novigrad zu einem Freund von unserem Hafenmeister fährt oder wieder zurück nach San Giorgo. Spoiler

Wieder zurück am Boot testen wir die Dinghi-Reparatur, indem wir gut aufpumpten. Scheint wieder dicht zu sein! Danach haben wir das Boot innen und aussen gereinigt und auf vordemann gebracht. Bis Mittag wussten wir dann, dass Novigrad kurzfristig auch nicht klappt und wir somit heute heimfahren. Eigentlich hätten wir noch einen Tag Zeit gehabt, aber so wars für alle OK.

Wir packten und luden alles ins Auto, nebenbei übergab ich Lukas das ESP32-Bilgen-email-projekt. Danach blieb Roland beim Auto und Lukas und ich fuhren das Boot an die Boje wo sie zwei Wochen bleibt, bis Lukas zurückkommt und die sam wieder nach San Giorgio bringt. Der Hafenmeister brachte uns danach wieder ans Ufer, wo Roland schon auf uns wartete.

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In einem Rutsch fuhren wir ereignislos dann nach Tirol heim.

ENDE

Fahrtstrecke 0.0 Seemeilen.


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